Löwe und Sonne

HAPPY NOROUZ

Wie in jeder Kultur und in jedem Land, so scheint es, bringt der Eintritt in das Neue Jahr eine gewisse Magie mit sich. So auch im Iran, so auch für Iraner und Iranerinnen weltweit, die gestern um 18:32 Uhr deutscher Zeit das persische Norouz feierten. Ein Fest, das 13 Tage anhält, an dem Familie und Freunde einander besuchen, sich beschenken und gemeinsam essen und das neue Jahr zelebrieren. Ein Fest des Friedens, der Freude, der Hoffnung und vor allem der Liebe und Wärme.
Dieses Jahr jedoch steht das Neue Jahr 2569 unter einem besonderen Stern. Denn nichts ist mehr so wie es die letzten 31 unter des islamischen Regimes war, oder womit sich zumindest viele Iraner irgendwie bereits arrangiert hatten oder es zumindest versuchten. Beim Eintritt in das neue Jahr werden viele Iraner und auch nicht-Iraner ein sehr gemischtes Gefühl haben. Das, was man normalerweise mit viel Lachen und Freude feiert, ist überdeckt mit der Trauer all jener, die nicht mehr unter uns sind und deren Familien, die besonders unter dem Verlust ihrer Liebenden zu leiden haben.
Auch für mich hat sich einiges geändert. Und so möchte ich das Neue Jahr mit meinem eigenen Blog beginnen, um einen minimalen Beitrag dafür zu leisten, dass die Menschen um uns herum ein wenig aufgeklärter werden, wachsamer werden, mehr Menschen bewusst wird, dass die Freiheit Irans in unser aller Hände  liegt. Jeder von uns kann seinen minimalen Beitrag leisten, alle zusammen können viel erreichen. Aber ich möchte noch etwas sagen: es ist heute bedeutender denn je, dass Iraner und Iranerinnen und auch Iran-Freunde das Norouz Fest feiern, die jahrtausend alte wunderschöne Tradition aufrechterhalten und sich einfach nicht die Freude nehmen lassen. Denn die Bedeutung von Norouz, die Symbole, die auf dem berühmten Haft-Sin (sieben-S)-Tisch zu sehen sind, stehen für Leben, Gesundheit, Natur, Liebe und Freude. Lasst Euch diese Freude und das Ja zum Leben nicht nehmen!
Ich wünsche allen Iranern und Iranerinnen, allen Freunden des wahren Irans ein frohes Norouz-Fest und die Stärke, an etwas zu glauben, was erreichbar ist.
Die Freiheit Irans!

Norouz pirooz!

SHIR O XORSHID

21.03.2010

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Kommentare zu: "HAPPY NOROUZ 2569" (33)

  1. sirenae schrieb:

    great introduction!
    wünsche alle freiheitsliebende Iranern einen friedlichen Nowruz. mögen die geister der kraft, des mutes und ausdauer ihnen durch das ganze neue jahr begleiten.

    Nowruz shuma mobarak!

    • sirenae schrieb:

      ich habe jetzt gelernt, dass shuma mobarak arabisch ist – wünsche euch allen
      Nowruz pirooz!

  2. papak schrieb:

    noruzet shaad o khojaste baad.
    möge ahura mazda dir gesundheit und glück schenken.
    papak 🙂

  3. Eva schrieb:

    Wir können kein neues Leben beginnen, aber ein neues Jahr und an jedem Morgen des Jahres einen neuen Tag.

    Möge sich die Hoffnung aller Iranerinnen und Iraner auf Frieden und Freiheit für ihr Land jeden Tag erneuern und ihnen Kraft geben, bis sie endlich ihr Ziel erreicht haben werden.

    Ich wünsche ihnen und uns allen einen glücklichen Jahresbeginn voller Zuversicht.

  4. Hallo Shir o Xorshid!

    Zunächst einmal muss ich sagen, dass ich es stets genossen habe, Texte aus Deiner Feder zu lesen, auch zu Zeiten, als Du noch keinen Blog betrieben hast.

    Ich denke, dass dieser neue Blog und seine zukünftigen Inhalte eine Art Meilenstein im deutschsprachigen Raum zum Thema Iran sein werden. Denn hier schreibt eine Autorin, die nicht nur durch und durch IRANISCH ist, sondern es auch versteht, die Dinge verständlich, klar und ausführlich darzulegen, ohne dabei selbst den Überblick zu verlieren.

    Wir brauchen solche Autoren, mehr als jemals zuvor. Wir brauchen gerade Iranerinnen, die aus dem Blickwinkel der Frau glasklar Stellung beziehen und die Darstellung der Geschehnisse und der Zustände im Iran nicht der deutschen Presse überlassen.

    Ich wünsche Dir und Deinem Blog den Erfolg und den Zuspruch, den Du verdienst und freue mich auf eine gute Zusammenarbeit unter Bloggern.

    Eyde shoma mobarak!

    Iranian German

  5. Gilla schrieb:

    نوروزتان خجسته باد

  6. Dorud allerseits!

    Ich danke Euch herzlichst für Euer Interesse und Eure Glückwünsche. Ich habe mich sehr darüber gefreut, weil jeder für sich ein Stück aus seinem Herzen sprach. Ich möchte Euch alle Willkommen heissen auf meinem Blog, auch jene, die mir im Privaten gratulierten, freue mich auf Eure produktiven Kommentare und Ideen, die vielleicht noch folgen werden – oder auch nur das stille Mitlesen.
    Das Video von Gilla passt hervorragend zu meinem Titel-Thema.

    Auf ein erfolgreiches gemeinsames
    Neues Jahr,

    Eure Shir o Xorshid

  7. Alles Gute dir und Gratulation für deine Entscheidung!

    Du hast jede Menge Leser verdient.

    🙂
    Bernd

  8. sirenae schrieb:

    wirklich schöner Haft-sin tisch!!!
    ist das tiramisu mit Shir o Xorshid abbildung? super idee 🙂

  9. Eva schrieb:

    Du hast ein wunderschönes Haftsin. Bravo!!!
    Wer das sieht und dabei keine Lust verspürt, den Frühling und die wieder erwachte Natur zu feiern, ist selber schuld.

    Dass du den Löwen, der ja für gewöhnlich ganz oben in der Nahrungskette steht, auf Platz zwei verfrachtet hast, finde ich sehr mutig.
    Habt ihr ihn inzwischen schon aufgefressen?

  10. @Bernd:
    Herzlichen Dank auch Dir! Wie ich sehe, habe ich ja bereits einige interessante Leser und Leserinnen hier:)

    @Sirena:
    Mach Dir nichts draus. Wir Iraner selbst haben oftmals noch mit der arabisierten Form der persischen Sprache zu kämpfen.
    Ja, es ist eine Tiramisu-Shir-o-Xorshid-Torte, denn ich dachte mir, irgendwie fehlte noch ein wichtiges Symbol auf dem Tisch:)
    Aber mein besonderer Stolz ist mein selbstkreirtes Blumenbouquet…

    @Evi,
    auf Platz zwei? Und was steht auf Platz 3-5??
    Nun denn, mein Löwe steht tatsächlich an letzter Stelle, zur absoluten Krönung sozusagen:)
    Ich bin mit dem Messer erstmal drei Mal vor meinen Gästen zurückgezückt, bevor ich es fertigbrachte, in das Herz des Löwen zu stechen. Aber es musste sein, denn unsere gierigen Augen und noch gierigeren Mäuler konnten nicht länger dabei zusehen.
    Ein kleines Stück habe ich Dir aber noch aufgehoben. Abholen musst Du es schon selbst:)

    • Eva schrieb:

      Danke, danke. Heute wird’s mir nicht mehr reichen, aber stell das Stück einfach in den Kühlschrank, dann bleibt es frisch.
      Also das mit der Nahrungskette, das habe ich so gemeint: In der Natur werden alle kleinen und schwächeren Tiere von den größeren gefressen. Nur der große, starke Löwe wird in der Regel nicht gefressen, er steht sozusagen ganz oben in der Kette. Doch nun hast du dieses Naturgesetz gebrochen und den Löwen zum Fressen freigegeben.
      Du, ich glaube, das war gar nicht schlimm. Tiramisu-Löwen fallen unter die Kategorie „Nachwachsende Rohstoffe“.

  11. Freigeist666 schrieb:

    Ich freue mich sehr dass du jetzt deinen eigenen Blog hast. Als aktive Kämpferin und Aktivistin für die iranische Sache freue ich mich immer deine Zeilen zu lesen, und an dieser Stelle möchte ich dir herzlich für dein beharrliches Engagement danken.

    Ich wünschte es gäbe mehr Irandokhts von deinem Schlag.

    Javid Iranzamin

    — V —

  12. Danke Dir, Freigeist! Aber ohne die Unterstützung einiger treuer Freunde und Mitstreiter, würde auch ich heute nicht hier sitzen und meinen eigenen Blog führen. Ohne die warmen und verständnisvollen Worte, die genau dann kamen, wenn auch ich mal „down“ war, wenn ich nicht mehr an die positive Wende im Iran glauben konnte, haben treue Freunde mir den Mut und die Kraft gegeben, weiterzumachen.
    Und nun möchte auch ich anderen Menschen Mut und ein wenig Kraft vermitteln, um weiterzumachen – denn wir alle brauchen einander, um ein gemeinsames Ziel zu erreichen.
    Ich weiss, dass jeder von Euch mehr als einmal an dem Punkt war (und vielleicht auch wieder sein wird), wo er einfach aufgeben möchte, weil er seinen Glauben an Iran verloren hat. Aber immer wenn der eine sich ganz unten befand und sich völlig kraftlos fühlte, kam ein anderer und füllte die Lücke. DAS ist es, was uns stark macht. Und Ihr sollt nie aufhören, an unsere Stärke zu glauben. Wir sind stark, und wir haben die Macht, einiges zu verändern.

    Vergesst das nie!

    Shir o Xorshid

  13. Gilla schrieb:

    wow, diese Tiramisu ist eine super Idee, das werde ich mir wohl klauen …

  14. Ramin schrieb:

    ich habe deinen schönen text gelesen und als erstes dein blog unter favoriten gespeichert! du schreibst einfach toll. das weiß jeder, der öfter texte von dir gelesen hat. sie fallen durch liebe zu unserer heimat und eine gewisse geradlinigkeit auf.
    viel glück shiro xorshid und nochmal nowruzet piruz!

  15. Danke Ramin, für Deine warmen Worte als auch für Deinen Besuch hier. Auch ich wünsche Dir ein erfolgreiches Norouz!

    @All:
    Wer noch Bilder, Geschichten oder ähnliches von seinem Haft-Sin oder zum Thema Norouz hat, ist herzlich Willkommen, es hier reinzuposten.

    Für diejenigen, deren Interesse zwar geweckt wurde, die aber nicht wirklich was mit der Bedeutung der Symbolik anfangen können, hier u. a. einige Hinweise und Erklärungen für die Symbole der sieben S:

    HAFT-SIN
    Das Haft-Sin steht für den gedeckten Tisch mit den „Sieben-S“ (Haft – 7, Sin – S). Dabei wird ein Tisch mit traditionellen und grob festgelegten Zutaten gedeckt. Es muss beachtet werden, dass 7 Zutaten dazu gelegt werden, dessen persische Namen mit einem „S“ beginnen, daher das Haft-Sin (Sieben-S). Was traditionell bedingt häufig benutzt wird, sind unter anderem:
    -Seke (Münzgeld – symbolisiert Reichtum und beruflichen Erfolg)
    -Sir (Knoblauch)
    -Sib und Sonbol (Apfel und Hyazinthen – symbolisieren die Natur)
    -Sabzi (Gräser – meist selbstgezüchtet aus Weizen- oder Linsenkörnern symbolisiert es die Entstehung bzw. Erschaffung neuen Lebens)
    -Serke (Essig)
    -Samanu (Mehlspeise).

    Die Wahl der Zutaten sind jedoch im Grunde jedem selbst überlassen. Weiterhin wird traditionell
    -ein Wasserglas mit 2 Goldfischen (welche das Leben selbst symbolisieren)
    -ein Spiegel (der das Reine und die Unverfälschtheit bzw. Wahrheit symbolisiert)
    -bemalte Eier (meistens Ostereier)
    -Kerzen die das Licht spenden
    -Adschil (getrocknete Nüsse)
    -Süssigkeiten
    -konfessionsabhängig ein heiliges Buch (Avesta, Koran, Bibel o.a.)

    zum gedeckten Haft-Sin Tisch dazugestellt.

    weiter:
    http://www.nirupars.com/kunst-kultur/kultur-tradition/noruz.php

  16. Für diejenigen, denen es eventuell entgangen sein mag. Die Vereinten Nationen haben dieses Jahr nach sehr viel Mühe, Vorbereitungsarbeit und Unterschriftssammlungen von Petitionen von Iranern endlich dieses besondere Event als INTERNATIONALEN NOROUZ-TAG anerkannt. Dies ist ein grosser und bedeutender Schritt in der internationeln Community:

    http://de.wikipedia.org/wiki/Nouruz

  17. Lena schrieb:

    Ein sehr schöner Blog, herzlichen Glückwunsch!
    Es ist für mich sehr interessant, nicht nur Deine persönliche Einschätzung zu den unterschiedlichsten Themenbereichen um Iran zu erfahren sondern viele Informationen zu bekommen, über welche in den hiesigen Medien gar nicht oder oft nur mangelhaft oder einseitig berichtet wird.
    Ich wünsche Dir viel Kraft und Beharrlichkeit beim Kampf für Freiheit im Iran!

    • Liebe Lena,

      erst einmal auch Dir ein Herzliches Willkommen!
      Umso mehr freue ich mich, wenn dieser Blog Menschen anspricht, die über die übliche Medienberichterstattung hinaus etwas mehr erfahren möchten, die in gängigen Nachrichten nicht unbedingt so ausgestrahlt werden.

      Deine Wünsche für Kraft und Beharrlichkeit nehme ich besonders gern an, weil es tatsächlich all das kostet: viel Kraft und sehr viel Beharrlichkeit!!!

      Danke!

      Shir o Xorshid

  18. A.D. schrieb:

    Hallo :-),

    ich mag deine teils spritzig-geradlinige, teils gefühlvolle Schreibe, und ich finde es wichtig, dass es Blogs wie diesen hier gibt, der der W A H R E N iranischen Opposition eine Stimme verleiht!

    lg

  19. Hallo A.D.,

    auch Dir ein herzliches Willkommen auf meinem Blog und danke fuer das Kompliment.

    Es freut mich vor allem, dass offensichtlich auch Du erkannt hast, dass es gerade in der heutigen Zeit so viel Unfug gibt, der ANGEBLICH die Sprache der iranischen Bewegung spricht, wo aber schnurstracks geschummelt, gelogen und verheimlicht wird, dass es wichtiger denn je ist, diese negativen Umstaende ohne falsche Ruecksicht aufzuzeigen. Ob die Luegen und Verharmlosungen nun vom Ausland kommen oder von gewissen Iranern selbst.

    Gruss,

    Shir o Xorshid

  20. Dorud Shir o Xorshid.
    Gibt es dich noch ?

    Lg Simorgh

    • Dorud Simorgh,

      ich bin noch nicht tot, falls Du das meinst. 🙂

      LG Shir

    • Hab dein Brüllen vermisst 🙂 Tot? Nein! Habe gemeint, dass du von der Bildfläche verschwunden bist.

      Toll, dass ich mich geirrt habe.

      Sepas
      Simorgh

    • Bin mit vielen Dingen gleichzeitig beschäftigt. Das heisst aber nicht, dass ich nicht bestens informiert bin über gewisse Themen.
      Besonders was die penetrante und äusserst aggressiv offene Islamisierung Deutschlands/Europas angeht. Darüber könnte man in der Tat reihenweise Bücher schreiben. Aber da sind ja zwischenzeitlich ein Teil der Menschen aufgewacht, um die Islamkritikerszene zu unterstützen. Lassen wir diese zu Wort kommen.

    • Die Islamisierung Europas ist eine Sache für sich. Ich finde auch, dass man das lieber anderen überlassen sollte.
      Mir geht es aber mehr um den Iran. Hoffe in dieser Hinsicht bist du immer noch wach.

    • Ich glaube, Du hast mich nicht richtig verstanden. Was ich damit meinte, dass ich zum Thema Islam schon sehr viel gesagt habe (obgleich sich bis heute ja noch einiges dahin geändert hat, dass negative Fakten um ein vielfaches verschlimmert gezeigt haben als selbst ich mal einst kritisierte). DESHALB meine Meinung, nun auch mal Anderen den Vortritt zu lassen. Das hat nichts mit Deiner Aussage zu tun (oder dem, was Du verstanden hast), dass ich das als „Aufgabe“ Anderer (also Europäer) sehe. Ganz im Gegenteil: ich finde mehr denn je stehen gerade Menschen aus zwangsislamisierten Ländern im Ausland wohnend gar in der VERPFLICHTUNG, europäischen Islamkritikern Rückendeckung zu geben. Europa geht mich sehr wohl was an, weil ich mich als Europäerin sehe mit persischen Wurzeln. Auch Dich und jeden Migranten, der in Europa/Westen lebt, sollte an einer positiven Zukunft seiner Zweitheimat interessiert sein. Auch Du! Ansonsten sind wir nichts anderes als jene, die wir doch so gerne kritisieren. Insbesondere türkische und arabische Moslems. Die leben auch ihr ganzes Leben in einem Land, aber huren moralisch für Erdogan und weiteren Moscheenbau herum. Ich habe keine Lust, ein verkorkster Migrant zu sein, der in Europa lebt, sämtliche Vorzüge geniesst, aber mit der EU nichts zu tun haben will. SO macht man sich nämlich zum Aussenseiter – und degradiert sich selbst in die Opferrolle.

      Was Iran angeht, so wird dieses Land zwar immer ein Teil von mir bleiben, aber emotional bin ich recht weit entfernt davon. Ja, ich weiss, Du und so einige werden jetzt enttäuscht sein. Aber es ist nicht meine Aufgabe, Iraner glücklich zu machen. Es ist meine Aufgabe, Dinge möglichst real zu sein. Und in der Realität sieht es leider so aus, dass die Ausnahme zur Regel geworden ist. Selbst jene Iraner, die ich einst mal für intelligent hielt, mit denen sehe ich mich längst nicht mehr auf einer Linie in einigen/vielen Teilen. Und wenn es denn mal nicht so ist, so muss ich entdecken, dass diese Iraner zwar schwer in Ordnung sind – aber vom Iranerdasein selbst eigentlich fast nichts mehr übrig geblieben ist. Man kann sich auch eine gewisse Zeit einreden, dass „die im Iran“ ganz anders sind. Inzwischen reicht mir aber allein der Glaube/Wunsch danach nicht mehr. Und wenn man daraus schliessen mag, dass ich mit meiner Haltung keine „echte“ Iranerin mehr bin (oder je war), dann beleidigt mich das nicht einmal. Denn ich weiss, dass ich so, wie ich Iraner im allgemeinen (und ich schliesse damit die „Intelligenten“ besonders mit ein) gesehen habe, NICHT sein will. Und wenn DAS Iransein ausmacht, dann ist es nur zu logisch, dass ich mich zwischenzeitlich mehr sorge um Europa und dessen verfehlter Politik. Ja, ich fühle wie eine Europäerin. Was nicht heisst, dass ich Teile/Themen in Europa nicht durchaus kritisiere. Fakt ist nun mal: Europa hat eine Menge angeboten, und ich habe diese Angebote dankend angenommen. Iran/Iraner haben nur Shit in mein Leben gebracht. Und ich habe ausgemistet – und den Shit dagelassen, wo er hingehört. Runter durch die Klospülung. Die wenigen Ausnahmen, die gibt es, und diese gehören auch heute noch zu meinem Leben und in meinem Herzen. Aber das war es auch schon. Mir geht es nur noch um eines: Europa darf nicht weiter islamisiert werden. Zur Entislamisierung Irans (wofür mein Herz auch immer sein wird), dafür muss der Islam-Chip raus. Und damit meine ich ganz besonders jene, die meinen Islamkritiker zu sein, aber der Chip bei ihnen noch immer drin ist.

    • So habe ich es nicht gemeint, denn ich setze mich im öffentlichen Leben dafür ein, dass keine Islamisierung stattfindet. Mir ist Europa nicht egal.

      Mein Herz schlägt für die Schweiz und Iran. Aber das Hauptziel ist Iran, denn auch von dort wird die teuflische Islamisierung Europas finanziert.

      „Und wenn es denn mal nicht so ist, so muss ich entdecken, dass diese Iraner zwar schwer in Ordnung sind – aber vom Iranerdasein selbst eigentlich fast nichts mehr übrig geblieben ist“

      Diese Aussage von dir kann ich gut nachvollziehen. Manche Exil-Iraner kritisieren zwar, aber sind dabei zu utopisch und unrealistisch. Die Verbindung zum iranischen Volk fehlt und das Iranersein schwindet.

    • Finanzierung zur Islamisierung Europas auch durch Iran“: korrekt

      „Die Verbindung zum iranischen Volk… fehlt“. Auch korrekt – aber nur teilweise. Es gibt Iraner, die fühlen sich „persisch“, indem sie sich ein oder zwei teure Perserteppiche hinknallen und damit meinen „persisch“ zu sein. Es gibt aber auch Iraner, die aufgrund der intensiven Verbindung und/oder Beobachtung des iranischen Volkes (zumindest Teile davon) zum Schluss gekommen sind, sich lieber zu distanzieren.

    • Es kommt drauf an, was du unter „iranisch“ verstehst. Ich sehe in unserer Kultur viele fremde, un-iranische Elemente, die wir zu beseitigen haben.
      Es gibt einfach so Sachen, die mit unseren Grundwerten nicht übereinstimmen und welche durch Aufklärung aus den Köpfen der Iraner vertrieben werden müssen. Natürlich können dies nur dann erreichen, wenn erst die Mullahs, Pasdarans und Hesbollahis vertrieben worden sind

      Das Problem Irans ist auch teilweise die Isolation, welche dazu führt, dass die Mullahs leichteres Spiel für ihre Gehirnwäsche haben. Die Iraner im Iran leben in ihrer eigenen Welt. Eine Öffnung zu Gunsten der IRI wünsche ich mir nicht.

      Ein Perserteppich ist nicht schadend, jedoch gibt es so Menschen, die sich Iraner nennen, sich persische Namen geben, rassistisch gegen Araber fluchen, aber dennoch Mitläufer der Mullahs sind und diese auch noch unterstützen. Diese Menschen sind einfach nur Heuchler und haben in der Geschichte Irans schon immer das eigene Volk verraten.

    • Hallo,

      ich lasse mal Deinen Kommentar bewusst so stehen, ohne weiter darauf einzugehen. Wie ich eingangs schon erwähnte, das iranische Problem ist so tief begraben, dass man weitaus tiefer graben muss als bei den Mullahs. Der Otto-Normal-Iroonie muss erstmal mit sich selbst im Klaren sein – das ist ein grosser Teil längst nicht mehr. Eines der Hauptursachen für den grössten Verrat in der iranischen Geschichte sehe ich noch immer bei iranischen Frauen selbst. (was selbstverständlich sehr bedauerlich ist für jene, die wirklich unter dem Mullah-Regime zu leiden haben). Solange sich das aber nicht vehement ändert, werde ich weiterhin zusehen, Abstand zu solchen Leuten zu nehmen. Von daher bin ich wohl auch nicht die richtige Ansprechpartnerin, um über das „iranischsein“ zu debattieren. Leider ist der Typ Iran-Now-Tussi überall in Deutschland verbreitet. Nach aussen einen auf islamkritisch machen, und bei europäischen Islamkritikern sich sofort als Schwarzkopp auf die Füsse getreten sehen. Genau diese Sorte erwirkt in mir Brechreiz. Und die Typen dazu genauso.

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