Löwe und Sonne

Der Islamkritiker J. Fritz hat hier wunderbar die Argumentationstrategie von Moslems durchbrochen, die als Grund der Bedeckung der Frau immer wieder den „Schutz“ vor Männern als auch den Schutz für Männer selbst in den Vordergrund stellen:

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„Lieber Hamed Abdel-Samad, ich habe gestern Abend zufällig ein paar Minuten der Sendung „Europas Xlime“ auf ARTE gesehen (aus Sicherheitsgründen verzerre ich bestimmte Wörter), in der die Journalistin Nazan Gökdemir sich mit Ihnen zusammen auf die Reise durch Europa begibt, um mit Xlimen zu sprechen. Zunächst einmal mein größter Respekt für Ihren persönlichen Mut und Ihre Lebensleistung. Dass Sie nur noch von Personenschützern ständig umgeben leben können, sagt sehr viel aus über das, was Sie wagen zu kritisieren. Dass Sie es gleichwohl tun und trotz der Gefahren, die dies für Sie ganz persönlich heraufbeschwört, nicht damit aufhören, Sie sich nicht einschüchtern lassen, sagt sehr viel aus über Sie. Solche Menschen bräuchte es viel mehr, sowohl bei uns wie in jeder Gesellschaft. Doch erlauben Sie mir, Sie und Nazan Gökdemir auf etwas hinzuweisen.

Sie beide fragten einen Verkäufer, ein Mann mit Bart, der Ihnen beiden gegenüber deutlich erhöht in einem Wagen stand, warum die Frau sich verschleiern soll. Herr A. oben im Himmel wolle das so und das habe auch seinen guten Grund, meinte er. Er lieferte sodann eine Begründung, die Sie beide wohl nicht wirklich verstanden haben und die Sie dann kleiner machten, als sie war, um dann gegen das kleinere Argument gegenzuargumentieren, nicht aber gegen sein sehr viel stärkeres. Das ist ein beliebter Trick, wobei ich nicht annehme, dass Sie, Hamed Abdel-Samad und Nazan Gökdemir, tricksen wollten, sondern wahrscheinlich seine Denkweise und sein starkes Argument an der Stelle einfach nicht verstanden haben.

Der Trick, den Sie wohl aus Versehen anwendeten, geht wie folgt. M führt Argument A1 ins Feld. Der Gesprächspartner H macht aus dem starken A1 ein viel schwächeres Argument A2, argumentiert dann gegen A2 und wenn er dieses widerlegen kann, meint er oder will suggerieren, er habe A1 und damit M widerlegt, was natürlich in Wahrheit nicht der Fall ist. Wie lautete nun das starke Argument A1 des Fleischverkäufers? Erlauben Sie mir, dieses ausführlich darzustellen, ausführlicher als es der Fleischverkäufer selbst getan hat, um es in seiner ganzen Stärke, die Ihnen beiden offensichtlich entgangen ist, zu verdeutlichen.

Er meinte, wenn die Frau sich nicht verschleiere, dann sei es unvermeidlich, dass Männer, die selbst eine hässlichere Frau haben, eine sehr schöne Frau sehen können, die nicht verschleiert durch die Gegend läuft. Sobald sie diese gesehen haben, ist das Bild dieser schönen Frau im Kopf all der Männer, die sie gesehen haben. Wenn sie dann aber nach Hause kommen und ihre eigene Frau sehen, dann werden sie unweigerlich diese mit der besonders schönen Frau vergleichen. Bei diesem Vergleich wird ihre eigene Frau nicht sehr gut abschneiden, was dann wiederum ein Unzufriedensheitsgefühl in dem Mann erzeugen wird. Seine eigene Frau wird ihm nun angesichts dieser so schönen Frau, die er gesehen hat, anders erscheinen als zuvor. Weshalb? Weil sein Maßstab sich verschoben hat, worunter er selbst und auch seine Frau beide leiden werden. Mein Tipp: Schauen Sie sich den Film „Der Zauber von Malèna“ von Giuseppe Tornatore mit Monica Belucci an, der diese tiefe Problematik wunderbar entfaltet.

Das ist übrigens auch der Grund, warum Frauen oftmals so sehr andere Frauen beäugen und genau taxieren, zumal wenn sie selbst sehr attraktiv sind: Weil sie Angst haben vor der Konkurrenz, weil sie um diese Zusammenhänge wissen und weil das alle Frauen permanent unter Druck setzt, mit anderen in puncto Attraktivität konkurrieren zu müssen. Wie würde sich eine Welt ohne Männer für Frauen darstellen? Sie könnten permanent Schokolade essen und müssten nie wieder Sport treiben, besagt ein tiefsinniger Frauenscherz. Hinzu kommt, dass selbst die sehr schöne und attraktive Frau im Laufe der Jahre fast immer irgendwann an Schönheit und Attraktivität einbüßt, so dass jüngere Frauen eine permanente Bedrohung darstellen. Wie viele Beziehungen gehen daran kaputt, dass er sich irgendwann eine Jüngere nimmt, zumal wenn er selbst sehr attraktiv ist? Das ist, wenn Sie so wollen, eine der vielen Grausamkeiten der Natur.

Und gegen diese Grausamkeit der Natur geht das Verschleierungsgebot an. Dieses, das verstehen viele Westler nicht, dient auch dem Schutz der Frau und zwar in doppelter Hinsicht: 1. um weniger der Gefahr von männlichen Übergriffen ausgesetzt zu sein, weil die Männer, die nie gelernt haben, eine Impulskontrolle über sich zu entwickeln, dann viel weniger gereizt werden, 2. um die Frau vor diesem permanenten Druck des Vergleichs mit anderen Frauen zu befreien. Das entlastet also nicht nur den Mann, sondern auch die Frau und ist der tiefere Grund, warum auch manche westlich sozialisierte Frauen zum Islam überlaufen und das als Befreiung empfinden. Es ist, wenn Sie so wollen, eine Befreiung vom Leistungs- und Konkurrenzfähig-sein-müssen-Druck, kommt also tatsächlich einer Befreiung gleich.

Jetzt merken Sie wahrscheinlich, lieber Hamed Abdel-Samad und liebe Nazan Gökdemir, wie stark das Argument dieses Mannes ist, der es natürlich nicht so ausführlich dargelegt hat, aber das steckte in seinem Argument drin. Sie haben nun aus diesem enorm mächtigen Argument A1 folgendes Miniargument A2 gemacht: Wenn die Frau sich nicht verschleiert, dann löst das im Mann Lustgefühle auf sie aus und weil er sich nicht beherrschen kann, fällt er dann über sie her oder muss zumindest permanent gegen diese Lustgefühle oder „unkeuschen Gedanken“ ankämpfen. Merken Sie, wie klein A2 im Vergleich zu A1 ist?

Dagegen argumentierten Sie dann wie folgt, Sie Hamed Abdel-Samad seien schon seit Stunden mit Nazan Gökdemir unterwegs und hätten gar nicht solche Vorstellungen, solch „unkeusche Gedanken“ entwickelt (kein Kompliment übrigens für Nazan Gökdemir, Frauen sind in sich sehr widersprüchlich, wollen nämlich einerseits durchaus immer begehrt werden, das aber auf eine ganz bestimmte Weise, wollen aber zugleich nicht, dass eine andere Frau mehr oder ähnlich gleich stark begehrt wird).

Später argumentierten Sie dann beide zusammen sinngemäß, die Männer müssen halt lernen, ihre Impulse zu kontrollieren, wir seien ja schließlich keine wilden Tiere. Die Schutzfunktion 2 oben für die Frau blendeten sie beide vollkommen aus! Ebenso die Unzufriedenheit des Mannes, die entstehen kann, auch wenn er nicht über die attraktive Frau herfällt. Äußerlich mag nichts passieren, aber innerlich ist die Frau im Geist des Mannes drin, sobald er sie gesehen hat.

Natürlich ging es den Erfindern des Xlams, der ja vollkommen auf die Perspektive des Mannes zugeschnitten ist, primär, vielleicht sogar ausschließlich darum, den Mann zu schützen, und nur in zweiter Linie, wenn überhaupt, die Frau. Gleichwohl sehen wir hier durchaus eine andere Tiefendimension, auch in Bezug auf den Mann und seine Psyche. So primitiv, wie Sie beide das darstellten, ist das Konstrukt nicht.

Und dieses Konstrukt kommt, ob so intendiert oder sich als Folge, quasi als nützliche Nebenwirkung ergebend, in gewisser Weise auch der Frau entgegen und zwar – und jetzt kommt die Verbindung zur sozialistischen Weltanschauung, daher die innere Nähe dieser beiden Weltanschauungen Xlam und Sozialismus – vor allem den weniger schönen, weniger hübschen, weniger attraktiven Frauen. Für diese stellt die Verschleierung einer ungeheure Befreiung von diesem permanenten Vergleichsdruck dar, bei welchem sie ja regelmäßig gar nicht gut abschneiden. Was das in der Psyche bewirkt, immer oder so oft als Verliererin vom Platz zu gehen, kann sich wohl jeder leicht ausmalen. Es gehört sehr viel innere Reife dazu, damit fertig zu werden, zumal als junge Frau, wenn die äußere Attraktivität eine immense Rolle spielt auch für das Selbstwertgefühl und die Identitätsbildung.

Wir kommen mithin zu dem Zwischenergebnis, dass das Argument A1 eine immens starkes ist, dass mithin die Verschleierung der Frau gar nicht so absurd ist, wie sie uns, die wir anderes aufgewachsen, anders sozialisiert wurden, erscheinen mag. Wie könnte man nun gegen A1 gegenargumentieren? Sicherlich nicht so plump, indem man sagt, die Männer müssen halt lernen, ihre sexuellen Impulse zu kontrollieren, wir seien ja schließlich keine Tiere. Das ist zwar richtig, wird aber dem Argument des M nicht annähernd gerecht. Meine Gegenfrage wäre eine ganz andere gewesen:

Müssen sich dann nicht, wenn dem so ist, wie oben ausführlich beschrieben, auch die Männer verschleiern? Denn wenn nicht, dann sehen doch auch die Frauen Männer, die schöner und/oder attraktiver sind als ihre eigenen. Wenn dies aber geschieht, dann ist doch auch hier das Bild dieses schöneren/attraktiveren Mann im Geist der Frau. Womöglich denkst sie dann sogar, während sie mit ihrem eigenen Mann sexuell verkehrt, an den anderen. Müssen wir hier nicht auch den Mann vor dieser Konkurrenz und dem Konkurrenzdruck schützen und die Frau vor solchen Bildern in ihrem Innern bewahren, die sie dann nicht mehr raus bekommt und die eine latente oder sogar manifeste Unzufriedenheit mit ihrem Partner und mit ihrem ganzen Leben evozieren kann?

Die nächste Frage könnte dann lauten: Wollen wir in so einer Welt leben, in der alle Menschen sich verschleiern müssen, weil es einige oder viele psychisch überfordert, schöne, attraktive Menschen zu sehen, mit denen sie selbst sich in diesem Punkt nicht messen können? Muss der Reiche dann nicht auch seinen Reichtum verstecken, der Kluge seine Klugheit, der gute Tänzer sein tänzerisches Talent, der gute Sänger seine schöne Stimme, weil ansonsten die anderen, die in dem jeweiligen Punkt von Natur oder von Herr A. aus sehr viel schlechter weggekommen sind, darunter leiden könnten?

Und die dritte Frage könnte lauten: Warum ist denn Herr A. so ungerecht, so grausam, dass er die Talente und die Schönheit so ungleich verteilt? Wenn Sie ihre Kinder selbst formen könnten, wie sie wollen, wenn sie allmächtig wären, würden sie dann einige krank und hässlich, andere aber bildhübsch machen, klug und gesund machen? Wie grausam, ja pervers muss jemand sein, der das absichtlich so kreiert?

Wenn ich den Menschen als Produkt der Evolution ansehe, die solche Maßstäbe nicht kennt, ist diese natürliche ungleiche Ausstattung der Menschen, die ja sehr ungerecht ist, sehr leicht zu erklären. Wie sollte aber ein Gott das erklären können, derart grausam und ungerecht zu sein und das schon von Anfang an? Das spricht eindeutig gegen die Existenz eines solchen Wesens, zumal wenn es mit den Attributen allmächtig, gut und gerecht ausgegeben wird. Wenn es ein solches Wesen aber gar nicht gibt, dies zumindest sehr stark bezweifelt werden muss, wir darum nicht wirklich wissen können, welche Rechtfertigung können dann uralte Regeln noch haben, die über dieses kontingente Wesen gerechtfertigt werden? Müssen diese nicht vielmehr einer unvoreingenommenen, vernünftigen Überprüfung ausgesetzt werden, ob sie den Menschen insgesamt schaden oder nutzen, vor allem, ob sie fair und gerecht sind?“

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